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PRESSEMITTEILUNG

Kleine Wasserkraft angesichts ökologischer Vorteile sinnvoll

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  • Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Niedersachsen und Schleswig-Holstein e.V. kritisiert Thesenpapier aus dem niedersächsischen Umweltministerium

  • Positive Aspekte relativieren einseitig negative Sichtweise des Ministeriums

 

Hannover, 5. Juni 2024 - Das vorgestern veröffentlichte Thesenpapier aus dem grün geführten Umweltministerium in Niedersachsen stößt auf Kritik aus den Reihen der Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Niedersachsen und Schleswig-Holstein e.V. 

 

Der 1. Vorsitzende und Geschäftsführer Hans-Jürgen Schöningh: „Die Thesen stellen die Anforderungen für Lachse und Aale in den Mittelpunkt, ohne die gesamtökologischen Zusammenhänge angemessen zu betrachten. Die Thesen spielen den Nutzen von Wasserkraftanlagen für die Energiewende, den Klimaschutz, die Wasserregulierung, aber auch die positiven Wirkungen auf die Gewässerökologie herunter.“

 

Nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft müssen vor allem folgende Aspekte der Wasserkraft stärker berücksichtigt werden:
 

Erzeugung klimafreundlicher Energie: Wasserkraft leistet klimafreundlichen Stromerzeugung, hat enorme Potentiale für regenerative Wärmeversorgung (Aquathermie) und ist Energiequelle für die Elektromobilität. In Niedersachsen leisten ca. 270 Wasserkraftwerke mit einer Nennleistung von rund 75 Megawatt einen wichtigen Beitrag zur Stromproduktion und tragen zur Stabilisierung der Verteilnetze bei. Im Jahr 2020 haben sie rund 256 Millionen Kilowattstunden CO2-freien Strom erzeugt, was der Versorgung von mehr als 70.000 durchschnittlichen 3-Personenhaushalten im Lande entspricht. Damit konnten Emissionen von rund 128.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden.

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Beitrag zur Wasserregulierung: Wasserkraftanlagen können zur Regulierung des Wasserabflusses beitragen und so den Wasserhaushalt stabilisieren. Durch die Wehre der Wasserkraft wird in Niedrigwasserzeiten das Wasser in der Landschaft gehalten und damit der Grundwasserspiegel stabilisiert, die Trinkwasserversorgung in der Aue gesichert, die ökologisch wertvollen Auwälder und wichtige Rückzugshabitate für Gewässerlebewesen erhalten. Bei Hochwasserereignissen wird der Abfluss gebremst, die Energie entzogen und so die Wirkung des Hochwassers abgemildert. 

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Lebensraum für vielfältige Fauna: Querbauwerke, die an Wasserkraftanlagen errichtet werden, schaffen durch Stauhaltung zusätzliche Lebensräume für verschiedenste Fischarten und Amphibien. Sie vermindern die Abflussgeschwindigkeit, erhöhen die Grundwasserspiegel und haben im Laufe der oft jahrhundertelangen Nutzung die Entwicklung eigener Biotope ermöglicht. Rechen mit enger Stabweite, moderne Fischtreppen und Wanderhilfen ermöglichen es den Fischen, die Anlagen sicher zu passieren. Die Gewährleistung eines Mindestwasserabflusses im Altarm des Flusses sichert die ökologische Funktionsfähigkeit dieser Flussabschnitte. 

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Die Hauptursachen für das Aussterben von Lachsen und Aalen in Europa beruhen nach wissenschaftlichen Untersuchungen auf Überfischung und Umweltverschmutzung sowie veränderte Umweltbedingungen in den Laich- und Lebensgebieten dieser Fischarten, wie zum Beispiel der Sargassosee. Auch die stark gewachsenen Kormoranbestände spielen eine Rolle, da ein Kormoran täglich rund 500 Gramm Fisch frisst.

 

Regionale Wertschöpfung: Der Bau und Betrieb von Wasserkraftanlagen schafft Arbeitsplätze in der Region und trägt zur Wertschöpfung vor Ort bei. Sie ist ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum, und das seit Jahrhunderten. 

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Kulturhistorische Bedeutung: Wassermühlen und Wasserkraftwerke waren Ausgangspunkt der Industrialisierung und haben zur wirtschaftlichen Entwicklung vieler Regionen beigetragen. Sie sind oft Jahrzehnte und Jahrhunderte alt und sind mit der Geschichte verbundene lebende Denkmale. Dadurch entfalten Sie oft auch eine erhebliche touristische Anziehungskraft. 

„Um die Nachhaltigkeit der Wasserkraft objektiv zu beurteilen, muss das Umweltministerium das Thema aus der Sicht des Menschen angehen, - und nicht allein aus der Sicht des Fisches“, so Schöningh.

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